Segelboot mittig auf dem See. Blaues Wasser, leicht Wellen, blauer Himmel, Grün im Hintergrund

Warum wir manchmal einfach nicht abschalten können

21.07.2026, Frauke Stoermer

Gedanken kreisen. Der Körper ist müde, aber der Kopf bleibt wach. Eigentlich ist der Arbeitstag längst vorbei – und trotzdem fällt es schwer, innerlich zur Ruhe zu kommen.

Woran liegt das?

Viele Menschen kennen dieses Gefühl. Sie funktionieren den ganzen Tag, erledigen Aufgaben, kümmern sich um Familie, Beruf und Verpflichtungen. Doch wenn endlich Zeit zum Ausruhen wäre, scheint das Gedankenkarussell erst richtig Fahrt aufzunehmen. Statt Entspannung entstehen Grübeleien, To-do-Listen oder Sorgen um den nächsten Tag. Das ist kein persönliches Versagen. Dahinter stecken nachvollziehbare Prozesse unseres Gehirns und unseres Nervensystems.

Stress ist zunächst etwas sehr Sinnvolles. Er hilft uns, Herausforderungen zu bewältigen, konzentriert zu arbeiten und in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Dabei schüttet unser Körper unter anderem Adrenalin und Cortisol aus,  Hormone, die uns Energie bereitstellen.

Problematisch wird es, wenn dieser Zustand über längere Zeit anhält. Unser Nervensystem bleibt gewissermaßen in Alarmbereitschaft. Obwohl die eigentliche Belastung längst vorbei ist, sendet der Körper weiterhin Signale wie: “Bleib aufmerksam. Es könnte noch etwas Wichtiges passieren.” Genau deshalb fällt es vielen Menschen so schwer, nach Feierabend oder am Wochenende wirklich abzuschalten. Wenn wir viel Stress haben, sind diese Mechanismen noch relevanter.

Warum Entspannung manchmal sogar schwerfällt

Endlich ist Zeit für ein Buch, einen Spaziergang oder einen ruhigen Abend und trotzdem wirst du unruhig. Manche Menschen greifen dann automatisch zum Smartphone, erledigen noch schnell etwas im Haushalt oder denken über alles nach, was noch offen ist.

Das hat einen einfachen Grund: Unser Gehirn gewöhnt sich an Aktivität. Wer über längere Zeit ständig funktioniert, empfindet Ruhe zunächst nicht als angenehm, sondern als ungewohnt. Entspannung muss deshalb manchmal wieder neu gelernt werden.

Das Gedankenkarussell

Besonders abends beginnt häufig das Grübeln. Habe ich heute alles geschafft? Was muss ich morgen noch erledigen? Habe ich richtig reagiert? Was ist, wenn…?

Unser Gehirn versucht, Probleme zu lösen. Oft genau dann, wenn wir eigentlich schlafen oder entspannen möchten. Das kostet Energie und verhindert echte Erholung.

Der erste Schritt besteht deshalb nicht darin, Gedanken zu unterdrücken. Viel hilfreicher ist es, sie wahrzunehmen und bewusst zu entscheiden, ihnen nicht jede Aufmerksamkeit zu schenken.

Kleine Pausen wirken besser als seltene Auszeiten

Viele hoffen auf den nächsten Urlaub oder das kommende Wochenende. Doch unser Nervensystem profitiert vor allem von regelmäßigen kurzen Erholungsinseln. Schon wenige Minuten können helfen:

  • bewusst tief durchatmen
  • die Schultern lockern
  • einen Spaziergang machen
  • einen Tee ohne Ablenkung trinken
  • einen Moment die Augen schließen und den Atem beobachten

Abschalten beginnt im Kopf – und im Körper

Wirkliche Erholung entsteht nicht allein durch Nichtstun. Sie beginnt dann, wenn Körper und Geist das Signal erhalten: Jetzt ist keine Gefahr. Jetzt darfst du loslassen.

Genau deshalb verbinden wir in unseren Stress-Auszeiten verständliches Hintergrundwissen mit einfachen, alltagstauglichen Übungen. Denn wer versteht, warum das Abschalten manchmal so schwerfällt, begegnet sich oft mit mehr Gelassenheit. Und wer passende Werkzeuge kennt, kann Schritt für Schritt lernen, wieder zur Ruhe zu finden.

Einladung zur Stress-Auszeit im August

Unsere erste Stress-Auszeit steht unter dem Motto: „Warum ich nicht abschalten kann.“

In zwei entspannten Stunden erfährst du, was im Körper und Gehirn unter Stress geschieht, warum das Gedankenkarussell oft gerade dann beginnt, wenn eigentlich Ruhe einkehren sollte, und welche einfachen Methoden dir helfen können, wieder bewusst herunterzufahren.

Du nimmst nicht nur neues Wissen mit, sondern auch konkrete Übungen und kleine Impulse, die dich durch die kommende Woche begleiten. Mehr Infos.