Wenn Angst unser Leben beeinträchtigt – und was wir tun können

04.02.2026, Frauke Stoermer

Angst ist zunächst eine sehr wertvolle und wichtige Emotion. Sie hilft uns, achtsam und aufmerksam zu sein, potenzielle Gefahren zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.

Problematisch wird es, wenn Angst überhandnimmt, unseren Alltag bestimmt und uns einschränkt. Dann geht sie häufig mit unangenehmen körperlichen Reaktionen einher – etwa mit Schweißausbrüchen, Herzrasen, Kopfschmerzen, Grübeln oder anhaltenden Sorgen. In diesem Fall wird Angst nicht nur sehr belastend, sondern kann zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.

Ängste können sehr unterschiedliche Formen annehmen: Existenzängste, soziale Ängste, Angst vor Krieg, vor Ablehnung oder vor Krankheit, Platzangst, die Angst, nicht fliehen zu können, sowie spezifische Ängste – etwa vor dem Zahnarzt, vor Spritzen oder Spinnen.

Besonders schwierig wird es, wenn sich eine Angst vor der Angst entwickelt. Dann entstehen oft belastende Kreisläufe, aus denen nur schwer wieder herauszufinden ist.

Ein zentrales Problem im Umgang mit Angst ist die Vermeidung. Menschen mit Ängsten meiden verständlicherweise Situationen, in denen die unangenehmen körperlichen Reaktionen auftreten könnten. Kurzfristig wirkt das entlastend, langfristig verstärkt sich dadurch jedoch die Angst. Dieser sogenannte „Teufelskreis“ führt dazu, dass Ängste häufiger und intensiver werden. Isolierte Ängste können sich so zu generalisierten Angst- oder Panikstörungen entwickeln. Aus der Angst vor einer einzelnen Situation kann schließlich die Angst vor vielen Alltagssituationen werden – etwa vor beruflicher Leistung, sozialen Kontakten oder sogar davor, Bus zu fahren.

Was können wir tun?

Ein erster wichtiger Schritt ist das bewusste Wahrnehmen der eigenen Ängste: anzuerkennen, dass sie da sind, sie zu benennen und zu konkretisieren – also zu verstehen, worum es eigentlich geht. Das ist leichter gesagt als getan, denn wer sich bereits stark im Vermeidungsverhalten verstrickt hat, kommt oft nicht allein aus diesem Kreislauf heraus.

Je nach Intensität der Angst kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein. In der Verhaltenstherapie zeigt sich seit vielen Jahren, dass das Durchbrechen dieses Kreislaufs durch Konfrontation sehr wirksam sein kann. In der sogenannten Konfrontationstherapie wird die betroffene Person schrittweise und in sicherem Rahmen an die angstauslösenden Situationen herangeführt – begleitet von einer Therapeutin oder einem Therapeuten. So kann das Gehirn neu lernen, dass die befürchtete Gefahr ausbleibt. Häufig ist unser „Kopfkino“ deutlich bedrohlicher als der tatsächliche Moment, in dem objektiv keine Gefahr besteht.

emtrace® Coaching bei Ängsten

Eine weitere Möglichkeit im Umgang mit Ängsten ist das emtrace® -Coaching. Ziel dieses Ansatzes ist es, emotionale Blockaden im neuronalen Netzwerk zu lösen. Häufig haben Ängste ihren Ursprung in früheren erlebten Erfahrungen. In diesen Momenten können sich emotionale Verknüpfungen im Nervensystem festsetzen, die später in anderen Kontexten automatisch Angstreaktionen auslösen.

Der emtrace®-Coachingansatz wurde von Dr. Dirk Eilert entwickelt. Mithilfe der bifokalen Achtsamkeit werden belastende emotionale Muster bearbeitet, sodass die gefühlte Bedrohung an Intensität verliert. In meiner Praxis mache ich mit diesem Coaching-Ansatz sehr positive Erfahrungen. Klientinnen und Klienten konnten unter anderem einen deutlich entspannteren Umgang mit Ängsten wie der Angst vor Erbrechen, Hypochondrie, Waschzwang, Redeangst, Flugangst oder der Sorge, allein zu reisen, entwickeln.

Ziel des Coachings ist es, Emotionen zu Informationen werden zu lassen. Dadurch können automatisiert ausgelöste, unangenehme körperliche Reaktionen zunehmend abklingen und der Alltag wieder freier und selbstbestimmter erlebt werden.

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QUELLEN:

Grundlagen zu Angst & Funktion von Angst

American Psychological Association (APA): „Anxiety“:

Die APA definiert Angst als Emotion mit Anspannung, Sorgen und körperlichen Veränderungen wie Blutdruckanstieg; bei Angststörungen kommen wiederkehrende intrusive Gedanken, Vermeidung und körperliche Symptome dazu.

Gross, J. J. (2015). Emotion Regulation: Current Status and Future Prospects. Psychological Inquiry.

Angststörungen, Vermeidung & Teufelskreis

Clark, D. A., & Beck, A. T. (2010). Cognitive Therapy of Anxiety Disorders. Guilford Press.

Konfrontationstherapie / Exposition

Craske, M. G. et al. (2014). Maximizing exposure therapy: An inhibitory learning approach. Behaviour Research and Therapy.

Eilert, D. (2017). Emotionen – das Tor zu deiner inneren Welt.

 Buch von Dr. Dirk Eilert:  Integratives Emotionschoaching mit emtrace®